01/01: Maria – Hochfest Mutterschaft Mariens

Über Abstammung und Jugend Marias findet sich in der Bibel nichts; die Stammbäume für Jesus im Matthäus- und Lukas­evangelium wollen Jesu Abstammung von Joseph und damit aus dem Geschlecht Davids aufzeigen. Von Maria wird nur berichtet, dass sie in Nazareth zuhause, mit Joseph verlobt und mit Elisabeth verwandt war. Quelle für das Leben von Maria sind deshalb nicht nur die biblischen Evangelien, sondern vor allem apokryphe Schriften, insbesondere das sogenannte Evangelium des Jakobus.

Die Vorgeschichte beginnt demnach mit dem Elternpaar Joachim und Anna, die kinderlos blieben. Joachims Altaropfer wies der Hohepriester zurück. Joachim verbarg sich bei seinen Herden, ein Engel verkündete ihm, dass er zu seiner Frau zurückkehren und ihr an der Goldenen Pforte begegnen solle. Auch Anna, die trauernd ein Vogelnest mit den die Jungen fütternden Alten betrachtete, erschien der ihr trotz ihres Alters Nachkommen verheißende Engel. Das Kind Maria wurde geboren. Von Anna sorgfältig unterwiesen und dem Tempeldienst gewidmet, schritt die Dreijährige selbständig die Treppen empor, wo der Hohepriester sie mit den Tempelfrauen empfing – als Mariä Mariä Tempelgang ist diese Szene bekannt.

Nun berichten die Überlieferungen die Szene mit den 12 Auserwählten aus den 12 Stämmen Israels, die ihre Stäbe zum Orakel in den Tempel brachten. Allein der Stab des alten Joseph aus dem Geschlecht Davids erblühte; eine Taube erschien darauf, Maria, die Jungfrau, wurde ihm angetraut – so fand die Verlobung, lateinisch Sposalizio, statt.

Es folgt die im Neuen Testament bezeugte Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria mit der Begrüßung Ave Maria (Lukas­evangelium 1, 26 – 38). Maria wurde – wohl im damals üblichen Alter von 15 Jahren – mit Jesus schwanger. Lukas- und Matthäus­evangelium bemühen sich, diese Schwangerschaft und bei Lukas die Geburt als ein wunderbares, von Gott gewirktes Ereignis darzustellen, um damit auch die besondere Bedeutung Jesu erkennbar zu machen. Im Markus- und Johannes­evangelium sowie in den Briefen des Apostels Paulus dagegen fehlt jeder entsprechende Hinweis. Im Traum wurde Joseph vom Engel angewiesen, die schwangere Maria nicht zu verlassen (Matthäus­evangelium 1, 19 – 24) – dies wird als Rechtfertigung bezeichnet.

Eine Cousine von Maria war Elisabeth, die Mutter Johannes‘ des Täufers. Die Heimsuchung bezeichnet die Begegnung von Maria und Elisabeth, die Lukas in seinem Evangelium (1, 39 – 56) schildert.

Joseph und Maria machten sich dann nach der Überlieferung im Lukas- und Matthäus­evangelium auf den Weg nach Bethlehem, wo das Jesuskind geboren wurde. Dies, dazu die Verkündigung der Engel an die Hirten und ihre Verehrung des Neugeborenen, die berühmte Weihnachtsgeschichte, ist überliefert Lukas­evangelium 2, 1 – 20.

Nach der Überlieferung im Matthäus­evangelium folgt die Verehrung der Weisen – der heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar -, ihre Begegnung mit Herodes, dessen – angeblicher, historisch aber nicht zu belegender – Befehl zum Kindermord, der Traum der Könige und der Traum Josephs, der die Flucht nach Ägypten veranlasst, um Jesus vor dem Mordkommando des Herodes zu schützen (Matthäus­evangelium 2).

Diese Flucht ist von einer Reihe apokrypher Legenden umrahmt: ein aufwachsendes Ährenfeld verbarg die Flüchtenden; ein Palmbaum neigte sich ehrerbietig; Götter stürzten um; Räuber bekehrten sich; das Jesuskind spielte mit aus Ton geformten Vögeln, die lebendig wurden; Maria strickte einen Rock, der mit dem Heranwachsenden Jesus stets mitwuchs.

Acht Tage nach der Geburt erfolgte die Namensgebung und Beschneidung Jesu (Lukas­evangelium 2, 21). Die Darbringung im Tempel, das jüdische Reinigungsopfer der Mutter, ist wieder im Lukas­evangelium (2, 22- 40) erzählt; dabei erkannte der greise Simeon Jesus als den erwartetetn Heilsbringer, sagte aber auch sein Leiden und das Leid von Maria voraus: auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen. Ausführlich als Lichterfest geschildert ist diese Szene in der Legenda Aurea, sie trägt daher auch die Bezeichnung Mariä Lichtmess.

Das Ehepaar suchte eines Tages den Sohn und fand Jesus als Zwölfjährigen mit den Schriftgelehrten im Tempel (Lukas­evangelium 2, 41 – 52). Von Joseph wird danach nichts mehr berichtet. Maria dagegen ist im späteren Leben Jesu bei allen wichtigen Situationen gegenwärtig, ohne im Vordergrund zu stehen. Vom 12. Jahrhundert an wird Maria mit dem Kind als Madonna verehrt; dem tritt eine Vorstellung aus der Apokalypse (Offenbarung 12) zur Seite: die vom Drachen verfolgte Frau, die das Kind zur Welt bringt, das Michael rettete, und die von der Sonne bekleidet, von Sternen bekrönt auf dem Monde steht, als Mondliebe-Madonna bezeichnet.

Nach dem Tod Jesu ging Maria der Überlieferung nach zwischen den Jahren 37 und 48 mit Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu, nach Ephesus – heute Ruinen bei Selçuk. Dass sich hier ihr Grab befindet wird erstmals 431 beim Konzil von Ephesus benannt. Älter ist die Überlieferung, Maria sei in Jerusalem gestorben, dort wird ihr Grab nahe des Löwentors am östlichen Rand der Altstadt verehrt in der Krypta einer Kirche, die südlich des Ölberges im 4. Jahrhundert erbaut und um 1130 von den Kreuzfahrern erneuert wurde.

Der Tod der Maria – byzantinisch Koimesis, orthodoxe Kirchen tragen diesen Namen – ist ein großes Thema von später entstandenenen Legenden: Maria erschien am Berg Zion – oder in Ephesus – heute Ruinen bei Selçuk – ein Engel mit leuchtendem Palmzweig und verkündete ihr den Tod. Sie bat, dass die Apostel zugegen sein sollten; diese wurden von Wolken herbeigetragen und umstanden das Lager der Sterbenden; Christus nahm die Seele der Entschlafenen auf den Arm. Die Hände des Hohenpriesters, der den Leichnam vernichten und mit Bewaffneten verhindern wollte, dass er in das Tal Josaphat – den Ort, an dem nach dem alttestamentlichen Buch Joel (4, 12) das göttliche Endgericht stattfinden soll – gebracht wird, blieben an der Bahre kleben, bis Petrus sie löste, ihn heilte und bekehrte.

Im Ruinenfeld von Ephesus – heute Ruinen bei Selçuk – befinden sich gut erhaltene Reste der Marien-Kirche, die auf eine römische Basilika aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. zurückging. In dieser Kirche fand 431 das Konzil von Ephesus statt, das den Titel Marias als theotokos, Gottesgebärerin, bestätigte. Ihr angebliches letztes Wohnhaus, das Meryemana (Marien-Haus) liegt am Bülbül-Dag, dem Nachtigallenberg, ca. 6 km von Selçuk entfernt; dessen heutige Verehrung geht zurück auf Visionen von Anna Katharina Emmerick über die letzte Wohnstätte und das Grab der Gottesmutter; nach Hinweisen sandte der Superior der == Lazaristen in Smyrna 1891 eine Kommission nach Ephesus, die tatsächlich eine Hausruine ganz nach der visionären Beschreibung fand. Auch viele Muslime verehren dort die Mutter des Propheten.

Eine ähnlich umfangreiche Tradition entwickelte sich um das Geburtshaus der Maria. Demnach wurde Kaisermutter Helena während ihrer Wallfahrt ins heilige Land – wohl im Jahr 326 beim Anblick einer Hütte in Nazareth überwältigt von der Erkenntnis, die Geburtsstätte der Maria vor sich zu haben. Knapp tausend Jahre später, im Jahr 1291, trugen Engel das Heilige Haus zur Rettung vor den in Nazareth eingefallenen Muslimen nach Trsat bei Rijeka in Kroatien, besannen sich dann drei Jahre später und setzten es jenseits der Adria im süditalienischen Loreto ab. 16 Bürger der Stadt fuhren daraufhin nach Nazareth, entdeckten das Fundament mit übereinstimmendem Grundriss und einer Inschrift, die besagte, dass das Häuschen verschwunden sei. Später baute man in Loreto eine Kathedrale um das heilige Haus, das bis heute ein wichtiges Wallfahrtsziel ist.

Die Marienverehrung in Loreto setzte Anfang des 14. Jahrhunderts ein. 1554 kamen Jesuiten nach Loreto, die die Verehrung des hei­ligen Hauses för­der­ten. Nach dem Petersdom in Rom ist Loreto heute der zweitwichtigste Wallfahrtsort in Italien und einer der wichtigsten der ka­tholischen Welt. Durch die Jesuiten entstanden in vielen Ländern Nachbildun­gen der Loretokapel­le, zu denen eigene Wallfahrten veran­stal­tet werden.
Bedeutung:

Maria gilt als Vorbild des Glaubens und als Mittlerin und Fürbitterin. Mit Ihrem Ja zu Gott hat sie Gott in sich Raum gewährt, hat ihn in sich wachsen lassen, hat sich von ihm einnehmen lassen. Gleichzeitig hat sie Gott ein menschliches Gesicht gegeben, hat ihn unter Menschen erfahrbar und erlebbar gemacht und damit den Mitmenschen geholfen, ihrerseits befreit und erlöst und damit richtig Mensch zu werden.

Weil sie so von Anfang an in die Menschwerdung und das Erlösungshandeln Gottes in Jesus Christus unmittelbar einbezogen war, war sie sozusagen sie geschichtlich-irdische Urheberin des Heils. Anselm von Canterbury lehrte, dass alle Gaben Gottes in Jesus Christus – die Veröhnung des Sünders, neues Leben und Versöhnung im Endgericht – erst durch Maria, indem sie Jesus gebar, in die Welt kamen. Daraus resultiert dann ihre Rolle als Mittlerin und wirkungsvollste Fürbitterin; im Mittelalter konnte sie sogar zur Miterlöserin und Mithelferin werden. Das Mitleiden Marias bei der Passion Christi wurde schließlich fast ebenso wie Christi Leiden selbst als heilswirksam betrachtet.

So wurde Maria zur Mutter der katholischen Kirche, eine Auffassung die auch Philipp Melanchthon in der Reformation teilte: Alles, was in der Gestalt Marias geschieht, geschieht auf ähnliche Weise in der Kirche, denn Maria ist das Bild der ganzen Versammmlung, die Kirche Gottes heißt.

Dogmatische Aussagen der katholischen Kirche über Maria, die im Laufe der Kirchengeschichte formuliert wurden, sind:
• Maria ist wahre Gottesmutter;
• sie hat Jesus jungfräulich durch den Heiligen Geist empfangen;
• sie ist auch bei und nach der Geburt Jungfrau geblieben;
• Maria blieb in ihrem Leben ohne Sünde;
• auch sie selbst wurde empfangen, ohne in die Erbsünde verstrickt zu sein;
• sie ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden.

Vor dem Hintergrund des Streites, ob Jesus göttlicher oder menschlicher Natur sei, wurde Maria im 4. Jahrhundert in theologischen Schriften als theotokos, Gottesgebärerin, bezeichnet. Der syrische Mönch Nestorius, gestorben um 451, lehnte diese Bezeichnung ab und hielt daran fest, dass Maria zwar die Mutter Jesu, nicht aber Gottes sei. Das Konzil von Ephesus verurteilte 431 die nestorianische Auffassung, bestätigte den Titel, der seitdem sowohl in der orthodoxen wie in der römisch-katholischen Kirche verwendet wird.

In engem Zusammenhang mit der Gottesmutterschaft steht die Jungfräulichkeit Marias. Sie beruhte im 2. oder 3. Jahrhundert auf der Auffassung, nicht Joseph, sondern Gott selbst sei durch den Heiligen Geist der wahre Vater Jesu gewesen (Lukas­evangelium 1, 35). Auch der Islam verehrt sie als sündenfreie Jungfrau Marjam.

Der Marienkult, der im 4. Jahrhundert im Osten aufkam, verehrte Maria in ihrer Funktion als Gottesgebärerin und aufgrund ihrer unbefleckten Empfängnis. Diese Überzeugung kommt in den 373 bis 374 beschlossenen Taufbekenntnissen Zyperns, Syriens, Palästinas und Armeniens zum Ausdruck, wo von immerwährender Jung­fräu­lichkeit, aieiparthenos, gesprochen wird. Das Konzil von Ephesus bezeichnete Maria als Ewig-Jungfrau, Papst Martin I. erklärte auf dem 1. Konzil im Lateran die immerwährende Jungfräulichkeit Marias zum Dogma. 680 schuf das 3. Konzil von Konstantinopel den Titel der heiligen unbefleckten Jungfrau. Zwar werden im Neuen Testament an mehreren Stellen die Geschwister Jesu erwähnt (z.B. Markus­evangelium 6, 3), doch legte man diese Passagen so aus, dass sie sich auf Jünger Jesu oder auf Kinder aus einer früheren Ehe Josephs bezogen.

Die Vorstellung von der Jungfräulichkeit Marias wurde dann übertragen auf ihre eigene unbefleckte Empfängnis, d.h. dass auch Marias Mutter Anna Jungfrau war bei der Geburt ihrer Tochter und Maria also frei von Erbsünde. Das Fest der Empfängnis der Gottesmutter Maria hat Wurzeln bis zurück ins 8. Jahrhundert, auch in der Ostkirche. Unter dem Einfluss des schottischen Theologen Duns Scotus vertraten dann insbesondere die Franziskaner die Auffassung, dass Maria nicht mit Erbsünde behaftet sei. Das Konzil von Basel fasste darüber einen Beschluss. Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis dagegen wurde erst 1854 durch Papst Pius IX. verkündet. Die blaue Farbe ihres Mantels in zahlreichen Darstellungen ist das Symbol dieser Reinheit.

Die Lehre von der leibliche Aufnahme in den Himmel ist das jüngste der Mariendogmen, verkündet 1950 von Papst Pius XII. Erste Überlieferungen von einem leeren Mariengrab gab es schon im 6. Jahrhundert. Der Psychologe Carl Gustav Jung gab diesem viel kritisierten Lehrsatz seine Deutung: Die Menschheit braucht in der Gestalt der göttlichen Frau eine transzendente Verankerung, um heil, um ganz zu werden.

Viele der Vorstellungen und Lehren über Maria haben Ur- und Vorbilder in anderen Religionen. In fast allen Völkern und Religionen findet sich die Vorstellung, dass besondere Menschen ohne menschlichen Erzeuger von einer Jungfrau geboren werden. Buddhas Mutter war ein reines Gefäß natürlicher Tugenhaftigkeit, frei von körperlichen Plagen und Begierden. ** Die altägyptische Göttin Isis war Jungfrau und Mutter; auf ihrem Schoß sitzt ihr Knabe Horus, die Welt in der einen, das Zepter in der anderen Hand. Anath und Astarte waren Göttinnen, die nicht empfangen, aber gebären; alle Göttinnen der alten ägäischen Kulte waren Jungfrauen und Frauen ohne Ehemänner. Die babylonische Ischtar / Astarte galt als Herrin des Himmels; ihr Standbild gelangte im 7. Jahrhundert v.Chr. sogar in den Tempel nach Jerusalem, dort als Himmelskönigin verehrt (Jeremia 7, 18) Die Vestalien im alten Rom – die Jungfrauen, die im Tempel der Feuergöttin Vesta dienten – haben den Ponifex maximus geboren – dieser Titel ging später auf die Päpste über. Auf den Resten des Tempels der Göttin Artemis in Ephesos – der Göttin der Amazonen, der kriegerischen Jungfrauen des alten Griechenland – baute man – wohl nach dem Konzil von Ephesus die Marienkirche.

Christa Mulack schrieb: Mit der Verehrung der Gottesmutter gelingt wohl die grandiosteste Auferstehung der Muttergöttin früherer Jahrtausende, deren Symbole und Titel sie übernimmt; sie wird zur liebreichen Herrin, thronenden Göttin, Gnadenspenderin, Retterin, Erhörerin von Gebeten, Meereskönigin, Maienkönigin, Herrin des Grünens und Blühens, sancta regina, stella maris, mater dolorosa.

Verehrung:

Sowohl die Ost- wie auch die Westkirche führte zwischen dem 4. und dem 7. Jahrhundert eine Reihe von Marienfesten ein, die sich auf spezielle Ereignisse im Leben der Jungfrau bezogen. Dabei standen die wundersame Empfängnis und die im apokryphen Evangelium des Johannes beschriebene Geburt Marias am 8. September, die Verkündigung am 25. März sowie Marias Tod und ihre Himmelfahrt am 15. August im Mittelpunkt.

Vom 3. bis ins 5. Jahrhundert stellten Predigten und Kunstwerke als eine Gegenreaktion auf den Arianismus die göttliche Natur Jesu in den Vordergrund. Byzantinische Darstellungen zeigten Christus als Pantokrator, als universellen und allmächtigen Herrscher. Während Jesus Christus in der Kunst so als ehrfurchtgebietende, richterliche Gestalt dargestellt wurde, fiel Maria mehr und mehr die Rolle der Fürsprecherin der Menschen in Not zu.

Durch an die Jungfrau Maria gerichtete Gebete und Fürbitten hoffte man, Gottes strenges Gericht zu mildern. Zu dieser Zeit kam der Rosenkranz auf, eine Perlenschnur, nach der 150 Ave-Maria und später zusätzlich 15 Vaterunser gebetet wurden. Aus der gleichen Zeit stammt der Angelus sowie verschiedene Litaneien und Anrufungen, die sich der biblischen Metaphorik bedienten und Maria als mystische Rose und Turm Davids verehrten.

In vielen Teilen der Welt existieren Marienwallfahrtsstätten. Im spanischen Kloster Montserrat verehrt man seit dem 12. Jahrhundert die Schwarze Madonna. Die Ikone der Jungfrau von Częstochowa zieht in Polen seit dem 14. Jahrhundert zahlreiche Pilger an; als 1655 die lutherischen Schweden vor Częstochowa standen, aber nach 40 Tagen die Belagerung abbrachen, wurde dies der schwarzen Madonna zugeschrieben; daraufhin stellte der polnische König Jan III. Kazimierz die Länder seines Königreichs unter ihren Schutz und erhob sie zur Königin Polens.

Die Schwarzen Madonnen sind auch anderswo nur selten durch Farbveränderung, Alter, Kerzen oder Weihrauch geschwärzt, sondern schwarz angelegt mit Beziehung auf das Hohelied 1, 5: Ich bin schwarz, aber schön. Schwarze Göttinnen lagen vielen antiken Kulten zugrunde. Das Bild Unserer Jungfrau von Guadalupe erinnert an eine Erscheinung, die 1531 stattgefunden haben soll. Auch im 19. Jahrhundert kam es zu einer Reihe solcher Visionen, die zur Entstehung neuer Wallfahrtszentren führten, so in Paris seit 1830, in Lourdes auf Grund der Visionen der Bernadette Soubirous seit 1858, im irischen Knock im County Mayo seit 1879, in Fátima in Portugal nach den Marienerscheiningen vor Lucia de Jesus und ihren Verwandten seit 1917.

Der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte in Deutschland ist Altötting, wo in der Gnadenkapelle das Bild der Schwarzen Muttergottes aufbewahrt ist. Die Gnadenkapelle stammt in ihrem Grundbestand aus dem 8. Jahrhundert, um 1330 kam das in Burgund oder am Oberrhein entstandene frühgotische Bild einer stehenden Muttergottes mit dem Jesuskind nach Altötting, seitdem ist die Wallfahrt bezeugt. Die Wallfahrt in Kevelaer am Niederrhein geht zurück auf eine Vision des Kaufmanns Hendrick Busman, der danach 1642 die Kapelle errichtete, und einer weiteren Vision seiner Frau, die zum Erwerb eines Abbildes des Luxemburger Gnadenbildes Maria Consolatrix Afflictorum, Maria Trösterin der Betrübten führte. Nachdem 1647 die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil“ und „Synode“ synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Venlo die Vorgänge geprüft und den Wallfahrtsort anerkannt hatte, entwickelte sich die Zahl der Besucher auf heute 800.000 pro Jahr und werden eine große Zahl von Wunderheilungen berichtet.

Die Verehrung der Maria eröffnet den Gläubigen, Trost, Beistand und Hilfe aus weiblich-mütterlicher Sicht zu erfahren. Maria bringt das fürsorglich-zärtliche Element in eine sonst weithin von Männern beherrschte Kirche und in eine weitgehend von männlichen Bildern geprägte Gottesvorstellung. Auch Protestanten lernen – nach den Exzessen der Reformation – die Bedeutung Marias zu erkennen als Frau, die alle Leiden des weiblichen Geschlechts durchgestanden hat: Schwangerschaft, uneheliche Mutterschaft, Armut, Flüchtlingselend, Witwendasein, Unverständnis bis zur Zurückweisung durch den Sohn (Markus­evangelium 3, 31 – 35) und schließlich den schrecklichen Tod ihres Kindes. Neu zu entdecken ist Maria auch als Frau, die geschildert wird als zum Kreis der Apostel gehörend (Apostelgeschichte 1, 13f); überdeutlich ist die Tendenz der Zeugnisse, die Rolle von Frauen in der jungen Kirche kleinzureden an vielen Stellen des Neuen Testaments; Paulus erwähnte Marias Namen nicht ein einziges Mal.

Unabhängig von allen konfessionellen und dogmatischen Differenzen bleibt Maria die Frau, die als Mädchen aus dem Volk von Gott begnadet wurde, im Glauben lernen und reifen konnte und zu den ersten Nachfolgerinnen und Zeuginnen ihres Sohnes wurde – somit allen Christen und den Frauen insbesonders bleibendes Vorbild.

katholische Gedenktage:

Die Daten der Marienfeste wurden während des 2. Vatikanischen Konzils bestätigt oder neu festgelegt.

* Der 1. Januar, der 8. Tag nach dem Weihnachtsfest, ist der Tag der Namensgebung des Herrn, katholisches Hochfest der Gottesmutter Maria, zugleich in der orthodoxen Kirche der Tag der Beschneidung unseres Herrn nach Lukas­evangelium 2, 21. Der Tag wird auch in der evangelischen und anglikanischen Kirche als Gedenktag der Namensgebung und Beschneidung des Herrn begangen.
* Am 23. Januar wird mit dem Fest Sposalizio der Verlobung der Maria mit Joseph gedacht.
* Der 2. Februar ist das Fest Purificatio, genannt Mariä Lichtmess, das Fest der Reinigung Marias nach altem Brauch oder der Darstellung des Herrn im Tempel, vierzig Tage nach der Geburt Christi als Abschluss der weihnachtlichen Feste gefeiert.
* Am 11. Februar wird das Fest der Erscheinung Mariens in Lourdes gefeiert.
* Der 25. März ist Annunziata, das Hochfest der Verkündigung des Herrn an Maria.
* Am 26. April wird seit dem 17. Jahrhundert Consuleo, das Fest Unsere Liebe Frau vom Guten Rat, begangen.
* Der 1. Mai wird an manchen Orten als Maria Königin, ein nichtkanonisches Marienfest, begangen.
* Je nach lokaler Tradition werden am 8. Mai verschiedene Marienfeste gefeiert: Unsere Liebe Frau vom heiligen Herzen Jesu, Mutter der schönen Liebe, Königin aller Heiligen und Mittlerin aller Gnaden.
* Am 13. Mai ist der Gedenktag der Erscheinung in Fatima vor Lúcia de Jesus und ihren Verwandten.
* Am Samstag nach Christi Himmelfahrt wird an manchen Orten Maria als Königin der Apostel gedacht.
* Der 24. Mai ist Auxilium, das Fest Maria, Hilfe der Christen, auch Schutzmantelfest.
* Am 9. Juni wird in Rom und zahlreichen Diözesen der Welt Gratia Maria, das nichtkanonische Fest Maria, Mutter der Gnade gefeiert.
* Am Samstag der Woche nach Fronleichnam wird der Gedenktag Unbeflecktes Herz Mariä begangen.
* Am 27. Juni ist örtlich der Tag des Gedenkens an Maria von der immerwährenden Hilfe.
* Am 2. Juli wird mit dem Fest Vistatio, der Heimsuchung Mariä, also der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth gedacht.
* Am 5. Juli wird seit Anfang unseres Jahrhunderts Lätizia, das Gedächtnisfest an die sieben Freuden Marias, gefeiert.
* Der 16. Juli ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts Carmen, das Fest Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel.
Im Bistum Chur wird an diesem Tag das Gnadenbild der Schwarzen Madonna, die Muttergottes von Einsiedeln mit gebotenem Gedenktag gefeiert.
* Am Samstag vor dem vierten Sonntag im Juli wird fallweise Maria als Mutter der Barmherzigkeit verehrt.
* Am 2. August wird das Portiuncula-Fest begangen zum Andenken an das von Franziskus nahe Assisi benutzte Kirchlein Unserer lieben Frau von den Engeln.
* Am 5. August wird mit dem Fest Maria Schnee der Jahrestag der Neueinweihung der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom begangen.
* Am 13. August wird mancherorts Maria als Zuflucht der Sünder geehrt.
* Der 15. August ist mit Assunta, dem Hochfest Mariä Himmelfahrt, der wohl wichtigste Marien-Feiertag.
* Auf den 22. August legte das 2. Vatikanische Konzil Regina, das Fest Maria, Königin des Himmels.
* Am Samstag vor dem letzten Sonntag im August wird in einigen Kirchen der Tag Heil der Kranken und am Samstag nach dem 28. August, dem Fest des heiligen Augustinus, der Tag der Maria vom Trost gefeiert.
Im Augustinerorden wird am 4. September das Hochfest Maria, Mutter des Trostes gefeiert.
* Der Gedenktag Maria, Mutter des göttlichen Hirten am 3. September wird nur noch selten begangen.
* Am 8. September begeht die katholische Kirche das Fest Mariä Geburt, schon seit dem 6. Jahrhundert zunächst in der Ostkirche gefeiert, ab dem 10. Jahrhundert auch in der Westkirche verbindlich.
* Die Katholische Kirche in Malta feiert an diesem Tag das Fest „Unsere Frau der Siege“. Nach ihr ist auch eine Kirche – das älteste Gebäude in Valetta – benannt.
* Am 12. September wird mit dem Fest Mariä Namen auch des Sieges über die Türken bei Wien 1683 gedacht.
* Der 15. September mit dem Fest Maria Dolores, dem Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens, wurde 1814 von Papst Pius VII. eingeführt. In Malta wird der gebotene Gedenktag am Freitag vor Karwoche – Karfreitag begangen.
* Der 24. September ist seit Ende des 17. Jahrhunderts Mercedes, das Fest Barmherzige Maria, auch Maria vom Loskauf der Gefangenen. In England wird an diesem Tag der geb. Gedenktag Unsere Liebe Frau von Walsingham begangen.
* Am 7. Oktober wird Rosa gefeiert, das Rosenkranzfest mit dem Rosenkranzgebet im Mittelpunkt.
* Der 11. Oktober wurde seit 1931 als Mutterschaft Marien begangen, heute ein nichtkanonisches Marienfest, weil nun der Tag auf den 1. Januar gelegt wurde.
* Am 12. Oktober ist Pilár, das nichtkanonische Fest des Heiligtums Unsere Liebe Frau von der Säule in Saragossa.
* An einigen Orten wird am Samstag vor dem dritten Sonntag im November der Gedenktag Mutter der Göttlichen Vorsehung gefeiert.
* Der 21. November ist der Gedenktag Maria – Unsere liebe Frau von Jerusalem, früher Mariä Tempelgang oder Mariä Opferung.
* Auch ein nur noch selten begangener Tag ist am 27. November der Gedenktag Unbefleckte Empfängnis von der wunderbaren Medaille.
* Am 8. Dezember, neun Monate vor Mariä Geburt, wird Conception, das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria, gefeiert.
* Der 12. Dezember ist seit 2002 in den Römischen Kalender als Tag der Jungfrau Maria von Guadalupe aufgenommen.
* Am 18. Dezember, eine Woche vor Weihnachten, wird Mariä Erwartung begangen.

Quelle: www.heiligenlexikon.de


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