Tagesheiliger

08/04: Johannes Maria Vianney (Pfarrer von Ars)

Jean-Marie Vianney stammte von einfachen Bauersleuten ab, war nicht sonderlich intelligent und hatte entsprechend Schwierigkeiten, Priester zu werden. Ab 1805 besuchte er die Pfarrschule von Ecully mit sehr bescheidenen Lernerfolgen; erst nach einer Pilgerfahrt zum Grab von Johannes Franz Regis in Lalouvesc im Sommer 1806 machte er bescheidene Fortschritte. Inmitten der Trostlosigkeit des Lernens wurde ihm die Firmung zum Trost; als Firmpatron erwählte er sich Johannes den Täufer und nannte sich von da an Jean-Marie Baptiste Vianney. 1809 musste er die Pfarrschule verlassen, da er zum Militär eingezogen wurde. Mehr oder weniger aus eigenem Antrieb wurde er fahnenflüchtig, konnte aber nach einer Amnestie 1811 in seine Heimat und zu seinen Studien zurückkehren. 1812 trat er ins Priesterseminar ein, von wo er ohne erfolgreichen Abschluss 1815 entlassen wurde, da er zu wenig Latein verstand und seine Studienleistungen unzureichend waren. Nach einer speziellen Prüfung durch den Generalvikar wurde er dann doch noch zur Priesterweihe zugelassen, weil er immerhin fromm sei, den Rosenkranz beten könne und die Gottesmutter verehre; die Weihe erfolgte 1815 in Grenoble.

Jean-Marie Baptiste Vianney wurde dem Pfarrer von Ecully als Kaplan zugewiesen, der führte ihn in das geistliche Leben ein. Nach dessen Tod vier Jahre später kam er nach Ars-sur-Formans: eine entchristlichte und gleichgültige Gemeinde, deren Bewohner nichts außer der Taufe von Tieren unterscheidet, wie einer der resignierten Vorgänger zusammengefasst hatte. Es gab Unsitten wie Trinken, Tanzen, Fluchen und Sonntagsarbeit, die dann von Vianney auch auf das Heftigste bekämpft wurden. Die ersten Jahre lebte er sehr einsam und allein, verbrachte viele Stunden im Gebet, fastete, schloss sich nachts in der Kirche ein, verkroch sich in die Beichtstühle.

Jean-Marie Baptiste Vianney ist es dann aber doch gelungen, bei den Menschen in Ars-sur-Formans den Glauben wieder zu neuem Leben zu erwecken. 1825 gründete er in Ars eine Mädchenschule, 1827 wurde ihr ein Pensionat für obdachlose Mädchen angeschlossen. Seit 1832 gab es auch eine Knabenschule in Ars. Immer mehr Menschen fühlten sich in der Folgezeit von ihm angezogen. Leidenschaftlich, mit großer Geduld, übergroßem Eifer und langmütiger Güte wirkte er in seiner Gemeinde. Im seelsorglichen Zuspruch im Beichtstuhl wurde seine Größe offenbar. Die Gabe der Krankenheilung und Prophezeiung brachte ihm Anerkennung, bald Bewunderung ein. Immer mehr verwandelte sich die Bevölkerung von Ars, keiner konnte sich diesem Einfluss entziehen. Aus ganz Frankreich pilgerten schließlich Menschen zu ihm, zogen sogar mit ihren Familien nach Ars. Tag und Nacht saß der asketische Jean-Marie Baptiste im Beichtstuhl.

Je bekannter Jean-Marie Baptiste Vianney wurde, desto stärker wurden aber auch schlimme Gerüchte und Verdächtigungen. Des Nachts quälten ihn satanische Kräfte, Poltergeister und Visionen. Aus Überlastung versuchte er 1840 und 1843, sich durch Flucht von dem Ars-sur-Formans Ort zu lösen, aber es gelang ihm nicht. Er erkrankte schwer. Der ihm zur Entlastung zugeteilte Kaplan Raymond machte ihm das Leben nur noch schwerer. Nach seiner überraschenden Genesung wagte Jean-Marie Baptiste 1853 eine dritte Flucht, wurde aber wieder gefunden und zurückgebracht. Der ihm nun zugeteilte Kaplan Toccanier wurde ihm dann doch eine große Stütze und Hilfe.

Jean-Marie Baptiste wurde in Anerkennung seines Wirkens schließlich zum Ehrendomherrn ernannt, 1855 zum Ritter der Ehrenlegion in Frankreich. Er starb an Entkräftung und innerer Auszehrung.

Über der alten Pfarrkirche von Ars-sur-Formans wurde ihm zu Ehren eine Basilika erbaut, in der nun Jean-Baptiste Gebeine ruhen und auch seine Kanzel und sein Beichtstuhl aufbewahrt werden; rund 450.000 Pilger kommen jedes Jahr zu Besuch. Auch das alte Pfarrhaus bewahrt mit seiner Originaleinrichtung die Erinnerung.

Kanonisation: Die Heiligsprechung erfolgte 1925. 1929 wurde Jean-Marie Baptiste zum Patron aller Pfarrer ernannt.
Patron der Pfarrer
Quelle: www.heiligenlexikon.de