2020/11/29: 1. Advent Einzug des Herrn

Einzug des Herrn

Die Adventszeit lässt sich in ihren Anfängen bis ins 5. Jahrhundert und ins Gebiet um Ravenna in Italien zurück verfolgen. Damals wurde der Sonntag vor dem Fest der Geburt Christi der Vorbereitung hierauf gewidmet. In Rom gab es eine Adventsliturgie erstmals im 6. Jahrhundert. Papst Gregor der Große setzte dann erstmals die Zahl der vier Adventsonntage fest. Diese Praxis hat sich aber nicht überall verbreitet, in Mailand feiert man heute noch eine Adventszeit von sechs Wochen. Auch im mozarabischen Kalender in Spanien umfasst die Adventszeit sechs Sonntage, ebenso in der Syrisch-Orthodoxen und anderen Orientalischen Kirchen. In der Orthodoxen Kirche und in der Syrisch-Orthodoxen Kirche beginnt die Fastenzeit zur Vorbereitung auf Weihnachten am 15. November, also knapp sechs Wochen vorher.

Im 13. Jahrhundert war es v. a. der Franziskanerorden, der die römische Praxis verbreitete. Papst Pius V. schrieb dann um 1570 die römische Adventsliturgie endgültig für die gesamte katholische Kirche – ausgenommen Mailand – fest.

Der 1. Adventssonntag ist der viertletzte Sonntag vor dem 25. Dezember, die Adventszeit endet am Weihnachtstag. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter einer Buß- und Fastenzeit als Vorbereitung auf das Christfest. Traditionell durfte in der Adventsszeit nicht getanzt und nicht geheiratet werden. Als Beginn des Kirchenjahres wird der 1. Sonntag im Advent seit Mitte des 8. Jahrhunderts gefeiert.

Die vier Adventssonntage haben jeweils ihr Thema und liturgisches Gepräge:
• Der 1. Adventsonntag thematisiert das Kommen des Herrn und im Horizont vom Anfang der Geschichte bis zu ihrer Vollendung durch Christus; in der evangelischen Kirche erinnert er besonders an den Einzug Jesu in Jerusalem (Matthäusevangelium 21, 1 – 10).
• Der 2. Adventssonntag dient der Vorbereitung auf den kommenden Erlöser.
• Am 3. Adventssonntag steht Johannes der Täufer im Mittelpunkt.
• Der 4. Adventsonntag ist in der katholischen Kirche Maria, der Mutter Gottes, gewidmet, in den protestantischen Kirchen thematisiert er allgemeiner die nahende Freude der Geburt Christi.

Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen Teilablass, der an einer öffentlich abgehaltenen Gebetsnovene zur Vorbereitung auf das Fest der Geburt des Herrn teilnimmt.Eine Adventszeit kennt die Orthodoxe Kirche nicht. Aber 40 Tage vor dem Weihnachtsfest beginnt eine Fastenzeit, während der Milch und tierische Produkte verboten sind: vom 15. November bis einschließlich 24. Dezember bereitet man sich so auf die Geburt von Jesus vor.

Quelle: www.heiligenlexikon.de


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